„Als Ohrfeige würde ich das nicht bezeichnen"
B5 Solar: Udo Grelzik sieht trotz Gesetzesänderung weiterhin großes Potenzial
BRAWO - Redakteur Patrik Rachner sprach mit Udo Grelzik, Vertriebsleiter für Landwirte bei B5 Solar, über die Gesetzesänderungen beim EEG zum 1. Juli 2010. Im Focus standen dabei besonders die Neuerungen für die Sonnenstromgewinnung in der Landwirtschaft.

Udo Grelzik bei B5 Solar by Havelland- Wind GmbH zuständig für PV- Anlagen in der Landwirtschaft
Der Deutsche Bundestag hat kürzlich entschieden, dass die Subventionen von Solaranlagen auf Gebäuden und- Freiflächen zum 1. Juli deutlich eingeschränkt werden. Für den Wirtschaftszweig, der auch in punkto Förderung von landwirtschaftlichen Flächen Hemmnisse erfahren wird, sind das nicht unbedingt positive Signale.
Ist Mehrheitsentscheidung der Politiker eine Ohrfeige für die so aufstrebende Erneuerbare – Energie - Branche?
Udo Grelzik: Als Ohrfeige würde ich das nicht bezeichnen, allerdings wird es die deutschen Modulhersteller in Schwierigkeiten und Zugzwang bringen, da von diesen Reduzierungen nur die asiatischen Modulhersteller profitieren werden.
Hier wird in gleichen Atemzug zerschlagen, was erst vor kurzem durch Fördermittel vor allem in ostdeutschen Ländern an Produktionstandorten für Photovoltaikmodulen geschaffen wurde. Um überleben zu können, wird erwartet, dass die Produktionsstandorte deutscher Modulhersteller in das Ausland verlegt werden.
Welche Auswirkungen hat die Neufassung des „Erneuerbare Energien Gesetz" für B5 Solar?
Grelzik: Es wird für B5 Solar vor allem ein erhöhter Beratungs- und Informationsbedarf beim Endkunden erwartet. Hier stellen sich nämlich beim Endkunden neue Möglichkeiten und Chancen durch die verbesserte Eigenverbrauchsregelung dar.
Auch Marktsegmente, wie die Förderung von Solarstromanlagen auf landwirtschaftliche Flächen, werden gekappt. Was nun?
Grelzik: Grundsätzlich kann gesagt werden, dass die Landwirte, die zum 1. Januar 2010 einen abgeschlossenen Bebauungsplan für ihre Flächen hatten, durchaus mit einer Realisierung des Bauvorhabens im zweiten Halbjahr rechnen können. Dies ist jedoch von Fall zu Fall individuell.
Gerade im landwirtschaftlichen Bereich, wird dem modernen Landwirt als Energiewirt die Möglichkeit genommen, den weiteren Strukturwandel zu ermöglichen.
Wie können Landwirte dennoch profitieren?
Grelzik: Das Haus B5 Solar erwartet Mitte der zweiten Hälfte des Jahres 2010 eine Einpegelung des Photovoltalk-Marktes unter der neuen Einspeisevergütung von 32,88 Euro Cent je kWh (bis 30 kWp installierter Leistung). Demzufolge werden hier auch Renditen wie 2008 möglich sein.
Gerade in landwirtschaftlichen Bereichen Brandenburgs, sehen wir noch große Potentiale im Stall und Dachbereich,
B5 Solar wird als brandenburgisches Vorzeigeunternehmen sicherlich nicht den Kopf in den Sand stecken, Welcher Bereich hat vor allem Zukunft?
Grelzik: Wir werden in drei bis vier Jahren eine Äquivalenz zwischen Einspeisevergütung und Strompreis bekommen. Dies wird gerade im privaten Haushaltsbereich sowie im verarbeitenden Gewerbe zu einer starken Nachfrage führen ...
…. In diesem Fall könnte man individuell entscheiden, ob man seinen produzierten Strom selbst speichert und verbraucht oder verkauft. Darin sehen wir das größte Marktpotential. (geringfügig von Onlineredaktion redaktionell bearbeitete)
Quelle: BRAWO vom 15.05.2010, Foto: B5 Solar by Havelland- Wind GmbH


