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Umwelt

Wieviel CO2- Emissionen durch Solarstrom ?

Zwei Aussagen wie sie unterschiedlicher kaum sein können
Immer wieder in Foren zu lesen: Photovoltaikanlagen vermeiden gar keine CO2-Emission, sondern produzieren nahezu genausoviel CO2 wie Energieerzeugungsanlagen die mit fossilem Gas als Medium betriebene werden.
Basis für diese Behauptung ist die Betrachtung der CO2-Erzeugung im gesamten Zyklus, von der Herstellung bis zur endgültigen Entsorgung der kompletten Photovoltaikanlage.
 
An anderer Stelle ist zu lesen, dass die CO2- Emission bei der Herstellung aller Solarstromkomponenten für eine Photovoltaikanlage eine Energierücklaufzeit von 1 bis 3 Jahre beträgt. Die Zeitangabe entspricht dem Wert der CO2-Emession während der Produktionsphase. In der restlichen Anlagenlebenszeit erzeugt dann eine Photovoltaikanlage rechnerisch keine weitere CO2-Emission.
 

Collage Solarstrom contra CO2

In einer aktuelle Untersuchung vergleichen US-Forscher die Ökobilanz von Solarzellen mit den Schadstoffwerten, die bei der fossilen Stromerzeugung entstehen. Dank der Untersuchung liegen jetzt eindeutige Ergebnisse  vor.


Untersuchung belegt: Solarstrom umweltfreundlicher als „Normalstrom“
Strom aus Solarzellen erspart der Atmosphäre im Vergleich zur Normalstromerzeugung fast 90 Prozent der schädlichen Emmissionen. Zu diesem Untersuchungsergebnis kam jetzt ein Forscherteam der US-Regierung.  Die Untersuchungsergebnisse erschienen unlängst im Fachblatt „Environmental Science & Technology“.

Zur Erarbeitung einer Ökobilanz haben die Wissenschaftler um Vasilis Fthenakis vom Brookhaven National Laboratory umfangreiche Untersuchungen angestellt.
Dazu wurde untersucht, wieviel Treibhausgase, Schwermetalle, Stickoxide und Schwefeldioxid bei der Produktion und dem anschließenden 30-jährigen Betrieb durch unterschiedliche Typen von Photovoltaikmodulen entstehen.
In den Untersuchungsergebnissen wurden auch die Gehäuse und Anlagenverkabelung der Module berücksichtigt.
Basis für die Untersuchungen waren die vorhandenen Abgasdaten von 13 europäischer und amerikanischer Solarzellenhersteller aus den Jahren 2004 bis 2006.

Keine großen Unterschiede in der Ökobilanz bei den verschieden Modultypen
Die Dünnschicht-Solarzellen aus Cadmium-Tellurid (Cd-Te-Zellen) schnitten in der Untersuchung am besten ab.
So stellen die Forscher fest, dass die Dünnschichtzellen, trotz ihrer geringeren Stromausbeute im Betrieb, aber bei der Herstellung weniger Energie benötigten als andere Modultypen.

Die Untersuchungen bezogen sich auf die Produktionsphase und auf die veranschlagte 30 jährige Lebensdauer.
In diesem Zyklus verursachen die Solarstrommodule unter anderem 90 bis 300 Mal weniger giftiges Cadmium pro kWh (Kilowattstunde), als ein modernes Kohlekraftwerk mit optimal funktionierenden Filtern.
Im Bericht zur Untersuchung hieß es weiter, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Modultypen jedoch recht klein seien. Besonders im Vergleich zu dem, was diese an Immissionen im Laufe eines Lebenszyklusses gegenüber den konventionellen Stromerzeugungs-Systemen einsparen könnten.

Hohe Einsparungspotentiale bei der Luft -Schadstoffbelastung möglich
Die Untersuchungen zeigten, dass beim konsequenten Einsatz der Photovoltaik anstelle der aktuell praktizierten Elektroenergieerzeugung sich die Schadstoffbelastung wesentlich vermindern läßt. So belegen die Untersuchungsergebnisse der Forscher das mindestens 89 Prozent der Luftschadstoffe vermieden werden können.

Natur pur

Laut dem Institut für Elektrische Energietechnik der TU Berlin erzeugen Solarzellen in ihrem Lebenszyklus zwischen 6- bis 14-mal so viel Energie, wie bei deren Produktion verbraucht wird.
Quelle: Heise news 

Weiter heißt es: Da sich die Techniken zur Solarzellenproduktion sowie die Energieausbeute der Module ständig verbessern, können die zukünftigen Ergebnisse der Ökobilanz nur noch besser werden.
 
Die Untersuchungen zeigen, dass bei der Produktion der Komponenten für eine Solarstromanlage durchaus die Luft belastendes CO2 erzeugt wird. Laut dem Institut für Elektrische Energietechnik der TU Berlin sind im Jahre 2006 etwa 1,5 Millionen Tonnen an CO2-Emissionen bei der Herstellung der Komponenten für die Photovoltaik-Neuanlagen in Deutschland entstanden.  

Für eine objetive Beurteilung muß man jedoch nicht nur die Phase der Fertigung, sondern den gesamten Lenszyklus der Photovoltaikanlage betrachten.  Hier sind die Werte im Verhältnis zu vergleichbaren anderen Systemen zur Elektroenergieerzeugung mit fossilen Brennstoffen um ein Vielfaches geringer.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommen die Forscher auch bei der Betrachtung der Verhältnisse der Schwermetalle, Stickoxide und Schwefeldioxid.

Quelle: HANDELSBLATT vom 25. Februar 2008 
Redaktionell bearbeitet von wodtke-media 

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