ENERGIE: Solarpark Nummer drei
B5 Solar präsentiert Konzept für Solarpark in Dallgow- Döberitz
Auf dem seit vielen Jahren ungenutzten Gelände der ehemaligen Hühnerfarm in der Ortslage Dallgow soll ein Solarpark entstehen. Fred Kehler, GF der B5 Solar stellte das Konzept im November 2009 im Dallgower Bauausschuss vor.
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| Große PV- Freiflächenanlage in der Nähe von Sevilla, Spanien. So könnte es auch bald im havelländischen Dallgow- Döberitz aussehen. Erste Schritte hierzu wurden getan. |
Elstaler Firma B5 Solar will das Gelände der alten Hühnerfarm nutzen
DALLGOW-DÖBERITZ - Dallgow will offenbar wirklich das Energiezentrum des Havellandes werden. Ein paar Wochen, nachdem der Bebauungsplan für 40 Hektar Sonnenkraftwerk auf dem Flugplatz Staaken aufgestellt und die Meinung der Politiker zu Gunsten eines weiteren, 120 Hektar großen Solarparks in der Döberitzer Heide gekippt ist, steht schon wieder ein neuer Investor auf der Matte. Diesmal ist es die Firma B5 Solar aus Elstal, die Kollektoren auf Dallgower Gemeindegebiet stellen will.
Geschäftsführer Fred Kehler stellte am Dienstag im Bauausschuss sein Projekt vor. Er will eine sieben Hektar große Solaranlage bauen, die mit einer Spitzenleistung von drei Megawatt rund 750 Haushalte versorgen könnte, und das 20 Jahre lang. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass er dafür wesentlich niedrigere Hürden überwinden muss als die anderen beiden Investoren. Denn das Grundstück, das B5 Solar pachten will, ist eines, für das die Gemeinde ohnehin eine vernünftige Nutzung sucht: das Gelände der früheren Hühnerfarm in Dallgow-Ausbau.
Das Farmgelände gleicht heute einer großen Betonwüste. Die Ruinen des Betriebes südlich der B 5 sind längst abgerissen. Geblieben sind große betonierte Flächen, die oft als Müllabladeplatz genutzt werden. Schon bei den Debatten um den Solarpark auf dem Staakener Flugfeld hatten Kommunalpolitiker deshalb gefordert, auch den Standort Hühnerfarm in Betracht zu ziehen.
Diese Worte drangen auch zu Fred Kehler. „Wir haben wahrgenommen, dass Dallgow sich als Solarstandort herauskristallisiert und eine Vorbildrolle für die Region einnehmen will“, sagt er. Für sein Unternehmen sei das Areal charmant, weil es relativ versteckt liegt, vorbelastet ist und daher zu den Flächen gehört, auf denen auch die Landesregierung gerne Solarparks sieht. Zudem liegt es vor den Toren Berlins und nahe am Unternehmenssitz.
„Dank des Untergrundes ist es gut für unsere Technik geeignet“, so Kehler. Die Höhe der Investitionssumme konnte Fred Kehler gestern noch nicht sagen, „weil sich zum Jahreswechsel in dieser Branche immer große Verschiebungen ergeben“. Die Betreibergesellschaft soll aber im Ort bleiben, damit die Gemeinde Steuereinnahmen hat. Der Bauausschuss empfahl das Projekt einstimmig. Jetzt muss noch der Wirtschaftsausschuss zustimmen und die Gemeindevertretung muss das Planungsverfahren einleiten. Bei einem raschen Genehmigungsverfahren könnte der Park 2011 stehen.
Ebenfalls angestoßen hat der Ausschuss die Planung für den Solarpark Döberitzer Heide. Die Politiker haben erste Verträglichkeitsprüfungen für das Großprojekt befürwortet. Wenn die Gemeindevertreter ähnlich abstimmen, kann auch die Bürgerbeteiligung beginnen. Stadtplaner Heiner Fockenberg wies noch einmal darauf hin, dass damit noch nichts entschieden ist. Christoph Janssen (SPD), erklärter Gegner des Projekts, gab sich da aber illusionslos. „Wir müssen davon ausgehen, dass der Solarpark kommt, wenn wir jetzt zustimmen.“ Er war im Ausschuss der Einzige, der mit Nein stimmte. (Von Oliver Fischer)
Quelle: MAZ, Havelländer vom 05.11.2009, Foto: wodtke media



