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Sonnige Zeiten auch für Schafe

Die derzeit größte Photovoltaik-Freiflächenanlage des Havellandes ging Ende 2009 ans Energienetz. Die Agro-Farm GmbH Nauen als Bauherr beauftragte den Photovoltaikspezialisten B5 Solar als Generalunternehmer mit der Errichtung der Anlage. Der landwirtschaftliche Betrieb setzte bereits seit längerem auf die regenerative Energiegewinnung in einer Biogasanlage.
PV- Freiflächenanlage Neukammer im Winter
 Teilansicht der PV-Freiflächenanlage Neukammer am Tag der Übergabe. Auf den Modulen lag eine dichte Schneedecke.

Heute wird in Neukammer bei Nauen die erste große Solaranlage übergeben
NAUEN - Jungkarpfen für die Peitzer Fischer sollten ursprünglich gleich neben der Biogasanlage in Neukammer ihre Kinderstube haben. Doch aus dem Aquakulturprojekt wurde letztlich nichts, wegen Problemen mit den Behörden.

PV- Freiflächenanlage Neukammer
Foto aus sonnigen Tagen - bei der Montage der Anlage
 
PV- Freiflächenanlage Neukammer
 Letzt Handgriffe - am Tag der Übergabe
„Und so haben wir nun auf Plan B gesetzt“, sagt Dirk Peters, Geschäftsführer der Agro-Farm GmbH Nauen. Plan B – das sind 5724 Solarmodule auf 1,9 Hektar Fläche, mit denen künftig Strom erzeugt wird. Heute Mittag ist die Übergabe für den ersten kleinen Solarpark in Neukammer bei Nauen.
 
„Wir wollen unbedingt noch in diesem Jahr ans Netz, um die höhere Einspeisevergütung zu bekommen“, sagt Peters. Denn danach sei alles kalkuliert. Rund 31 Cent gäbe es pro Kilowattstunde, etwa elf Prozent weniger wären es ab 2010, so Peters. Sein Betrieb und weitere Partner haben 1,4 Millionen Euro in die Freilandanlage investiert.
 
Die Dünnschichtmodule sind auf Gestellen montiert. Diese wiederum ruhen auf Pfählen, die bis zu einem Meter in der Erde stecken. Künftig wird die Fotovoltaikanlage auch von der B 5 aus nicht zu sehen sein – wenn erst die Sträucher und Hecken rundherum hoch genug sind.
 
Die Leistung des Solarparks gibt Dirk Peters, der dem Landkreis für die zügige Bearbeitung des Projektes dankbar ist, mit knapp 420 Kilowatt Peak an. Und es ist noch reichlich Platz für weitere Module. Denn 4,5 Hektar beinhaltet der Bebauungsplan „Biogasanlage/Umspannwerk“ an dieser Stelle insgesamt. Doch vor 2011 will die Agro-Farm dort nicht weiter investieren. „Wir wollen erst sehen, wie die Politik zur Solarenergie steht. Denn weitere Projekte hängen von der Förderung ab“, sagt der Geschäftsführer. Dies gilt auch für die geplanten Solarflächen nördlich der L 91 in Neukammer. Auf rund 30 Hektar will die Agro-Farm dort gemeinsam mit ihren Partnern Strom erzeugen, das Bebauungsplanverfahren läuft.
 
Peters setzt schon seit längerem auf regenerative Energien – als weiteres Standbein für seinen Betrieb mit 20 Mitarbeitern. Denn angesichts der schwierigen Lage in der Landwirtschaft muss er langfristig denken. „In diesem Jahr gab es nur zehn Euro pro Dezitonne Weizen. Und im nächsten Jahr wird es sehr schwer, Gerste zu verkaufen“, sagt der Landwirt. Darum sieht er nun vor allem ertragsschwache Böden für andere Zwecke vor, wie eben Solaranlagen.
 
Bisher erfolgreich läuft bereits ein anderes Projekt – die Biogasanlage, die die Agro-Farm als einer der Gesellschafter mit betreibt und zudem mit Mais beliefert. In einem Blockheizkraftwerk wird das gewonnene Gas verbrannt und gleichzeitig Strom erzeugt. Die entstehende Wärme dient nun – statt der Temperierung von Karpfenteichen – der Beheizung der Havellandklinik. Zudem betreibt das Agrarunternehmen bereits vier Dachsolaranlagen mit jeweils 30 kW Peak Leistung, eine weitere Anlage mit 15 kW kommt in Kürze hinzu.
 
Der neue Solarpark wird aber auch in anderer Hinsicht umweltfreundlich sein. Denn er beschert einigen Schafen sonnige Zeiten. Die können das saftige Grün unter den Modulen abgrasen. „Damit schließt sich der ökologische Kreislauf“, meint Peters. (Von Andreas Kaatz)
Quelle: MAZ vom 30.11.2009, Fotos B5 Solar
 

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