Bis sich der Zähler dreht
Fred Kehler über die Kraft der Sonne und eine Branche, die nicht kriselt
Die Woche der Sonne wird bundesweit begangen. Im Havelland wird sie heute eröffnet. Die Firma B5 Solar aus Wustermark hat sichden Hut für viele Aktionen aufgesetzt. Mit Geschäftsführer Fred Kehler sprach MAZ-Redakteurin Anke Fiebranz.
MAZ: Wen wollen Sie in der Woche der Sonne erreichen?
Fred Kehler: Die Sonne ist die Energiequelle der Zukunft. Sie liefert uns täglich 10 000 Mal mehr Energie als wir benötigen. Das ist ein ungeheures Potenzial, das man zur umweltschonenden Stromerzeugung nutzen kann. Darüber wollen wir ein breites Publikum aufklären, jede Altersgruppe ist willkommen.
MAZ: Bis zum 17. Mai werden ja besonders viele Veranstaltungen für junge Leute angeboten. Warum?
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| Uraufführung des "B5 Solar Songs" durch Kinder der KITA "Kiefernwichtel" aus Elstal. Foto: Daniel Gammert |
MAZ: Gibt’s denn spezifische Ausbildungen in der Solarwirtschaft?
Kehler: Ja, den Solateur, der von der Anlagenplanung bis zur Installation alles kann. Ansonsten kommen viele aus der Elektrobranche. Seit 2004 sind bundesweit 40 000 Arbeitsplätze in der Solarbranche entstanden, davon hat besonders der Bereich Elektrotechnik partizipiert.
MAZ: Wie viele Arbeitskräfte hat Ihre Firma B 5 Solar, die Photovoltaikanlagen vertreibt?
Kehler: Jetzt sind wir 76. Vor drei Jahren waren es noch sechs. Wir handeln vor allem mit Anlagen, die made in Brandenburg sind. Wir haben hier ja Hersteller, die bekanntlich auf der ganzen Welt gefragt sind. Das ist gut, weil dadurch viele Arbeitsplätze in der Region Berlin-Brandenburg gesichert werden können.
MAZ: Heißt das sonnige Zeiten für Ihre Branche trotz Krise?
Kehler: Tatsächlich berührt uns die Wirtschaftskrise praktisch gar nicht. Die Auftragslage ist gut, und die Banken stellen ausreichend Mittel zur Verfügung. Solaranlagen sind im Moment Wertanlagen.
MAZ: In Brandenburg erzeugen mehr als 5500 Photovoltaikanlagen Strom. Wie viele davon hat Ihr Unternehmen installiert?
Kehler: Vielleicht 1000. Insgesamt haben wir 2500 Anlagen nach Kundenwünschen projektiert und aufgestellt, bundesweit und international. Der Auslandsmarkt wird immer interessanter. Kürzlich haben wir zum Beispiel im Senegal Gespräche geführt. Ich habe Brandenburgs Ministerpräsidenten auf einer Wirtschaftsreise nach Bulgarien begleitet.
MAZ: Man hat den Eindruck, dass demnächst überall Fotovoltaikanlagen entstehen. Viele Kommunen planen Projekte. Gibt es aus Ihrer Sicht Grenzen?
Kehler: Es gibt viele Standorte für Solaranlagen, Dächer oder Freiflächen. Halt machen sollte man meines Erachtens vor besonders geschützten Gebieten.
Quelle: MAZ, Havelländer vom 08.05.2009



