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Geschäftsreise

Wachower Solar-Unternehmer bilanziert seinen Israel-Besuch

Fred Kehler während der Israelreise

Fred Kehler während der Israelreise

Wir waren rechtzeitig da“
Der Geschäftsführer der Wachower Havelland-Wind GmbH, Fred Kehler, gehörte zu den wenigen Brandenburger Unternehmern, die Ministerpräsident Matthias Platzeck auf dessen Wirtschaftsreise nach Israel begleiten durften. Mit ihm sprach MAZ-Redakteur Jens Wegener.

MAZ: Sie waren zum ersten Mal im Gefolge des Ministerpräsidenten unterwegs. Standen Ihnen in Israel gleich alle Türen offen?

Fred Kehler: So einfach ist das nicht. Die Wirtschaftsreise wurde zwar von der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB), der Außenhandelskammer Israels und dem Wirtschaftsministerium Brandenburgs bestens organisiert. Die Gesprächstermine und der Service haben wunderbar geklappt. Aber die Geschäftspartner finden, mit ihnen Vereinbarungen treffen oder gar Beziehungen knüpfen, das müssen wir selbst machen.

MAZ: Sie sind seit 2004 Großhändler für Solaranlagen. In Israel gibt es doch dafür noch gar keinen Markt. Lohnt sich dann so eine Reise?
Kehler: Auf jeden Fall. In Israel scheint etwa doppelt so lange die Sonne wie in Deutschland. Noch wichtiger aber ist der Fakt, dass das Energieeinspeisegesetz von Israel noch in diesem Jahr verabschiedet werden soll. Die Firmen stehen in den Startlöchern. Schon jetzt gibt es in der Welt nicht genügend Silizium, Spezialglas und Tedlarfolie für die zertifizierten Hochleistungsmodule, um den Markt zu befriedigen. Diese Situation wird sich noch verschärfen. Deshalb kann ich sagen: Wir waren rechtzeitig da.

MAZ: Die größere Nachfrage bedeutet auch Engpässe auf dem Binnenmarkt...
Kehler: Ja leider. Es wird in Deutschland in diesem Jahr nicht jeder, der eine Solaranlage auf sein Dach haben will, eine bekommen.

MAZ: Wie viele geschäftliche Gespräche haben Sie denn geführt?
Kehler: Fünf. Wobei darunter eines mit einer in Israel bekannten Anwaltskanzlei war, die den Text für das Energieeinspeisegesetz ausarbeitet.

MAZ: In welcher Sprache haben Sie sich eigentlich unterhalten?
Kehler: Viel in englisch, aber meistens hat jeder seine Heimatsprache gesprochen und ein Dolmetscher musste übersetzen.

MAZ: Sie waren einer von letztlich neun Brandenburger Unternehmern in Israel. Wie haben Sie sich diesen Platz gesichert?
Kehler: Weit im Vorfeld mussten alle Bewerber ihr Firmenporträt an das Wirtschaftsministerium einreichen. Genau wie übrigens die Liste mit den Wunschgesprächspartnern. Und dann haben wir das "Ja" bekommen.

MAZ: Ihre Firma wächst und wächst. Aus vier Mitarbeitern 2001 sind nach einem Neuanfang Mitte 2006 inzwischen 40 im Innen- und Außendienst geworden. Und jetzt ist es in Wachow zu klein?
Kehler: Wer mit internationalen Geschäftspartnern handelt, kann nicht in einem abgelegenen Dorf wie Wachow seinen Sitz haben. Deshalb ziehen wir zum Monatsende nach Elstal in den Demex-Park, Nauener Straße 9 um. Die Autobahn vor der Tür, Berlin und die Flughäfen in der Nähe, dazu größere Büros und ein 450 Quadratmeter großes Lager für die Module.

Quelle: MAZ, Havelländer vom 12.03.2008
Foto: von Senger

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