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Sonne satt: Energie im Überfluss

Fred Kehler vertreibt mit seiner Firma Havelland Wind GmbH Solarstromanlagen in großem Stil und schwört auf diese moderne Technologie der Stromerzeugung

Fred Kehler
Für die erneuerbaren Energien gibt es kein Zurück mehr, sagt Fred Kehler.
Seine Firma hat ihren Sitz in Elstal in der Gemeinde Wustermark, konnte jetzt am 23. April im Beisein von vielen Gästen aus Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft ihr neues Domizil einweihen. „Mit dem Umzug von Wachow (Nauen) in den Berliner Speckgürtel werden wir von der wesentlich besseren Infrastruktur und der unmittelbaren Nähe zu Berlin stark profitieren", kommentierte Kehler den Schritt. Denn die Nachfrage habe sich seit der Klimadiskussion rasant entwickelt, so Kehler.

„Heute werden bereits 13 Prozent des Bedarfs aus regenerativer Energieerzeugung gewonnen, unser Ziel muss aber 50 Prozent sein", sagt der 43-jährige. Der Grund: Energie wird immer teurer, da weltweit die Ressourcen an Öl und Gas zu Ende gehen. Vor allem der Umweltgipfel im Februar 2007 habe das Klima-und Energieproblem endgültig in den Fokus der internationalen Politik gerückt. Somit werde die Nutzung der Sonnenenergie bei den erneuerbaren Energien bald auf Platz eins rücken. Dazu kämen die strengen Auflagen im Klimaschutz. „Die Bundesregierung will bis 2020 den C02-Ausstoß um 40 Prozent vermindern. Jedes Kilowatt Sonnenstrom spart dabei 500 Kilogramm C02 pro Jahr", sagt Kehler.

Vor 20 Jahren zog er nach Wachow, heute Ortsteil von Nauen. 1998 Jahren gründete Kehler sein Unternehmen zunächst als GbR, 2001 dann als Havelland-Wind GmbH. Seit 2004 ist das Unternehmen Groß- und Einzelhändler für komplette Anlagen für Fotovoltaik (Solarstrom) auf Ein- und Mehrfamilienhäusern, landwirtschaftlichen und gewerblichen Gebäuden. „Wir liefern, planen und installieren die Anlagen und übernehmen auch die Projektierung und schlüsselfertige Durchführung von Fotovoltaik-Großprojekten", sagt Kehler nicht ohne Stolz. Heute beschäftigt er in seinem Betrieb über 40 Mitarbeiter, von der Sekretärin bis zu den Außendienstmitarbeiter. „Die beraten die Kunden, installieren die Solarzellen auf den Dächern und schließen die Anlage komplett an", sagt er. Außerdem arbeiten einige externe Monteure für die Havelland-Wind GmbH, die Anlagen in anderen Bundesländern montieren. Und immer wieder kommen Anfragen zu Praktikumsplätzen im Bereich Solarenergie. „Da arbeiten wir vor allem mit den Fachhochschulen Brandenburg a. d. H. und Wildau zusammen", sagt Kehler. Hier sei schon so manche Diplomarbeit geschrieben worden und hätten Absolventen einen Arbeitsplatz gefunden.

Kehler nennt einen entscheidenden Vorteil seines Produkts: Fotovoltaiklanlagen verlieren auch nach 20 Jahren kaum an Wert. „Eigentlich kann ja auch so gut wie nichts kaputt gehen, und das Sonnenlicht gibt's umsonst", erläutert er. Die Umwandlung von Licht in elektrischen Strom erfolgt eben ohne Verschleiß. Höchstens der Wechselrichter, der die Gleichspannung der Solarzelle in 230 Volt Wechselspannung des öffentlichen Stromnetzes umwandelt, könnte langsam altern, sagt er. Der zweite Vorteil: Eine Grundausstattung an Solarzelle plus Wechselrichter kann im Baukastensystem beliebig erweitert werden. Immerhin könne man mit 80 Quadratmetern Solarfläche auf dem Dach Spitzenleistungen von zehn Kilowatt erzeugen, rechnet er vor. In Deutschland habe man auf nach Süden gerichteten Dachflächen somit eine Gesamt-Option von 120 Gigawatt, so Kehler. Dazu komme, erst seit zehn Jahren können diese Solarflächen aus Silizium großtechnisch und somit preiswerter gefertigt werden.

Fred Kehler gilt als erfolgreich in seiner Branche und ist Mitglied im Bundesverband für Solarwirtschaft. Bundes- und Landespolitiker fragen regelmäßig bei ihm um Rat nach. So hat er im vergangenen Herbst beispielsweise auf Einladung der Bundeskanzlerin Angela Merkel im Paul-Löbe-Haus in Berlin an der vorbereitenden Bundeskonferenz zur Klimaweltkonferenz in Bali teilgenommen. Mit Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck besuchte er jetzt im März Israel.

Die Havelland-Wind GmbH agiert inzwischen längst international. So war Kehler zu geschäftlichen Gesprächen in Mailand und traf sich in Shanghai mit der chinesischen Elite der Fotovoltaik-Hersteller. Mit dem tschechischen Computerchiphersteller ILV mit Sitz in Pilsen hat Kehler einen besonderen Vertrag geschlossen: Die ILV wird jetzt ab Mai ein neues innovatives PV-Großdisplay mit sechs Multifunktionen als Kontrollsystem für die deutsche und europäische Markteinführung an die Firma Havelland-Wind GmbH liefern, die hierzu exklusive Vertriebsrechte hat. Noch in diesem Jahr will das Unternehmen Strodehne (LK Havelland) an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt zum „vorbildlichen Solardorf" entwickeln. „Einige Anlagen stehen dort schon, wir wollen nach Möglichkeit das ganze Dorf mit Solardächern ausstatten." Denn die Solartechnik sei eben nicht mehr aufzuhalten, sagt Kehler.
(Winfried Gutzeit)
Quelle: FORUM; Brandenburger Wirtschaftsmagazin der IHK - Ausgabe: 05/2008
(Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern des Landes Brandenburg)
 

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