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von Sebastian Kühl |
Fred Kehler besuchte das "Reich der Mitte" auf mehreren Geschäftsreisen
"Wer nicht mit Stäbchen essen kann, sollte gleich wieder nach Hause fahren", schildert Fred Kehler eine seiner grundlegenden Erfahrungen, die er während seiner zahlreichen Geschäftsreisen nach China machte. Als Geschäftsführer der im Wustermarker Demex Park ansässigen Havelland-Wind Solargroßhandel GmbH bereiste er im Jahr 2006 erstmalig das Reich der Mitte, um Kontakte zu Herstellern von Hochleistungssolarmodulen zu knüpfen. In Gesprächen mit den Chefs der sechs größten chinesischen Solarfirmen lernte Fred Kehler die Feinheiten des chinesischen Protokolls kennen.
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Fred Kehler während eines Geschäftsessens mit seinen chinesischen Begleitern Jef Li (li.) und Carol Wu in der Stadt Wuxi. |
"Absolut verpönt ist das Niesen und das Schnauben bei Tisch. Wenn sich ein Chinese die Nase putzen will, geht er dafür extra auf die Toilette", berichtet Fred Kehler. "Dagegen ist es ganz normal, beim Essen zu schlürfen oder Entenfüße, die dort ebenso serviert werden wie beispielsweise Quallensuppe, nach dem Abnagen auf den Tisch zu spucken."
Auch das gegenseitige Beschenken ist Teil jedes Treffens. So sind viele Kleinigkeiten im Umgang mit den Chinesen zu beachten, die vor allem auf Höflichkeit und auf gegenseitigem Respekt beruhen. Er habe sich in China Kontakte erschließen können, die nur wenigen Europäern zur Verfügung stünden, da er sich stets bemühe, all diese Feinheiten zu beachten, so Kehler. Das beinhaltet auch ungewöhnliche Sitten, wie der zu jedem Geschäftsessen fest dazu gehörende Streit um die Rechnung. "Die Chinesen sind ein sehr stolzes Volk und wollen stets die Einladenden sein und als großzügig gelten, um ihr Gesicht nicht zu verlieren. Darum bestellen sie stets viel mehr als die Gäste aufzuessen imstande sind."
Trotz, oder gerade wegen all der Unterschiede zu Deutschland ist die Begeisterung für China bei Fred Kehler mit jedem Besuch größer geworden. Die jüngste Reise führte ihn im Juli nach Shanghai. Wiederum stand dabei die Vertiefung der Handelsbeziehungen mit China im Mittelpunkt.
Um diese noch weiter zu intensivieren wurde Fred Kehler Anfang August Gründungsmitglied des von der IHK initiierten Vereins ChinaKooperation Brandenburg. "Obwohl die Chinesen der weltgrößte Hersteller von Hochleistungssolarmodulen sind, besteht dort ein großes Interesse an brandenburgischen Modulen, an Technologie made in Germany. Darum gilt es künftig, den einseitigen Weg der Module von China nach Deutschland umzukehren und so zu verändern, dass ein gegenseitiger Handel entsteht, um noch mehr Arbeitsplätze in Brandenburg zu schaffen und zu sichern", schildert Fred Kehler seine Pläne. So werden ihn seine Reisen auch künftig häufig nach China führen, in ein Land, dass immer wieder mit Überraschungen aufwartet.
"China ist einfach eine ganz andere Welt", fasst es Fred Kehler zusammen. "Vereinfacht gesagt, ist alles in China zehnmal größer als bei uns. Die Fabriken, die Schulen, die Parkplätze, die Hochhäuser, aber auch die Berge und die Flüsse." Diese Größe, diese gewaltigen Ausmaße im Riesenreich China haben Fred Kehler neben der Emsigkeit und dem Eifer der chinesischen Bevölkerung besonders fasziniert: "Der große Fleiß und der Ehrgeiz der in Lohn und Brot stehenden Chinesen erklärt möglicherweise das enorme Wirtschaftswachstum von 11,4 Prozent im Jahr 2007."
Quelle: Brawo, 24. August 2008
Foto: privat



