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Made im Havelland

Seit vier Jahren importiert die Havelland-Wind GmbH Solarmodule aus China. Jetzt sollen Produkte aus Brandenburg ins Reich der Mitte gehen.

Wustermarker Firmenchef gründete „China Kooperation Brandenburg“ mit
WUSTERMARK - China liegt schwer in der Hand. Das Reich der Mitte braucht viel Platz zwischen den Buchdeckeln. Ein Gastgeschenk für Fred Kehler: China in Hochglanzbildern. Der Havelländer brachte es von seiner letzten Reise mit. Mitte Juli war er die chinesische Südostküste entlang gereist. Nicht um Urlaub zu machen, sondern um wichtige Wirtschaftsbosse aus der Photovoltaikbranche zu treffen. Fred Kehler ist Geschäftsmann und Chef der Havelland-Wind GmbH in Wustermark, einem Großhandel für zertifizierte Solarstrommodule. Aus China importiert die Firma seit vier Jahren.

E. und F. Kehler zu Gast bei QS Solar

Persönliche Kontaktpflege: Fred (li) und Ellen Kehler (mi) unterwegs in China

Kehlers jüngstes Kind ist die Mitgliedschaft in der „China Kooperation Brandenburg“. Zehn mittelständische Unternehmen aus der Metall- und Solarbranche haben sich in diesem Verein zusammengeschlossen – unter Federführung der Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK). Terminiert war die Gründung für den 6. August, also vor einer Woche. Ziel dieses Firmenpools ist die Erschließung neuer Absatzmärkte im Reich der Mitte. „Bei einem Wirtschaftswachstum von 11,4 Prozent im letzten Jahr kommt kein Unternehmer an China vorbei“, sagt Fred Kehler. Und im Verbund ist es leichter, Wirtschaftsbeziehungen auf- und auszubauen. „Da muss nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen“, findet Fred Kehler. Zumal über die IHK in Potsdam direkter Kontakt zur AHK in Shanghai bestehe, der Auslandshandelskammer. „Die kennen potenzielle Partner.“

Shanghai hat sich zur wichtigsten Metropole der chinesischen Photovoltaikindustrie entwickelt. Landesweit sind etwa 1000 Firmen und Zuliefererbetriebe in der Solarbranche tätig. Die Chinesen produzieren allerdings vor allem für den Export. „Noch“, sagt Kehler. „Denn der Bedarf an Solarprodukten aus dem Ausland, auch aus dem deutschen Brandenburg steigt.“ In Hongkong etwa sei die Nachfrage hoch. „Das sichert Arbeitsplätze hier bei uns.“

Für den Geschäftsführer der Havelland-Wind GmbH sind persönliche Kontakte der Schlüssel zum Erfolg. In China allerdings lassen sich die Türen zu den Chefzimmern nicht so leicht öffnen. „Man braucht Geduld, sollte die Bräuche und Sitten kennen.“ Und man muss die Spielregeln beherrschen: immer höflich sein und Respekt zeigen. „Seine Visitenkarte übergibt man mit beiden Händen und geneigtem Kopf. Wer sie achtlos auf den Tisch legt, hat schon verloren.“ Rituale herrschen auch beim Essen. „Schmatzen, ja selbst spucken, ist am Tisch erlaubt. Aber auf keinen Fall die Nase schnauben.“ Seine Erfahrungen will Kehler, der im Oktober wieder nach China fliegt, im Netzwerk weitergeben. (Von Ulrike Kiefert)

Gute Beziehungen

  • Die „China Kooperation Brandenburg" soll brandenburgischen Unternehmen helfen, Wirtschaftsbeziehungen in China auf- und auszubauen, um eigene Produkte dorthin exportieren zu können. Das Netzwerk soll kleineren und mittelständischen Betrieben den Einstieg in den chinesischen Markterleichtern und als Nebeneffekt Arbeitsplätze in Brandenburg sichern.
  • Die Havelland-Wind GmbH ist das einzige Netzwerkmitglied aus dem Havelland.
  • 38 Prozent aller deutschen Solarprodukte werden mittlerweile in Brandenburg hergestellt

Quelle: MAZ Havelländer vom 13.08.2008
Foto: Havelland-Wind

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