Auf sieben Dächern
Ein Brandenburger Marktfruchtbetrieb mit 650 Hektar Ackerland sowie 330 Hektar Wald betreibt sieben Photovoltaikanlagen neben seinem Kerngeschäft, der Saatguterzeugung. (Projektiert und errichtet durch die B5 Solar GmbH.) Ein Interview mit Gerald Helm und der Bauernzeitung.

Anlagen konnten in
Bückwitz bisher 950
bis 1050 kWh/kWp im
Jahr erzielt werden.

Betriebsleiter
der Märkischen
Landmann
Helm GbR in
Bückwitz, Kreis
Ostprignitz-Ruppin.
Herr Helm, was hat Sie dazu bewogen, in Ihrem Betrieb Solaranlagen installieren zu lassen?
Im Prinzip, ein zweites Standbein zu haben, mit dem Hintergrund, dass die Energiekosten steigen und dass die nachhaltige Energie gewollt ist. Im Zuge der Dachsanierungen haben wir das dann gleich verbunden. Vorab haben wir uns natürlich Gedanken gemacht, in welche Dinge wir investieren könnten. Hier entschlossen wir uns letztendlich für die Photovoltaik. Generell sind landwirtschaftliche Dächer für ein solches Vorhaben oft gut geeignet.
Wann haben Sie mit den Installationen begonnen?
2008 haben wir mit dem Bau der ersten Anlagen begonnen. Sie haben eine Leistung von 121 kWp. Seitdem haben wir nun sieben Anlagen auf sieben Dächern mit einer Leistung von insgesamt 185 kWp errichten lassen. Installiert hat die Firma B5 Solar. Sie hat uns gut beraten und die Montage lief problemlos.
Wie viel Prozent soll dieses zweite Standbein zum Umsatz beitragen?
Das kann ich gar nicht genau sagen. Grund dafür ist, dass aus steuerrechtlichen Gründen die Stromproduktion der Photovoltaikanlagen aus dem landwirtschaftlichen Bereich ausgegliedert wurde. Wir haben extra die Helms Beratungs- und Dienstleistungs GbR gegründet. Die Erträge der Photovoltaikanlagen sind aber ein wichtiger Punkt, um die Schwierigkeiten am Agrarmarkt und damit die Einkommenssituation auszugleichen.
Was genau wollten Sie ausgleichen?
Wir haben des Öfteren mit einer Vorsommertrockenheit zu tun, die zu Ertragseinbußen führt. Die in dieser Zeit erzielten Erträge durch die Sonnenstrahlung können einen Teil der Verluste ausgleichen.
Gab es vor der Installation irgendwelche Probleme?
Der einzige Haken an der Sache war der Netzbetreiber Eon Edis. Mit ihm gibt es wohl in der Region öfter Ärger bei Genehmigungsverfahren. Zudem macht er Vorgaben, die die Anlage verteuern. Aber das größte Problem waren seine langen Genehmigungsverfahren und Bearbeitungszeiten.
Welche Probleme gab es während der Installation?
Während der Installation gab es keinen Grund zur Klage. Alles lief reibungslos und schnell.
Funktioniert die Stromproduktion seitdem störungsfrei?
Leider gab es in diesem Jahr einige Probleme. Zuerst musste ich an einer Anlage einen Diebstahl verzeichnen, bei dem ein Wechselrichter entwendet und vier beschädigt wurden. Als zweites musste ich einen Marderverbiss verzeichnen und letztendlich noch einen Überspannungsschaden nach einem Gewitter. Aber auch bei diesen Störungen konnte ich mich auf den Service von B5 Solar verlassen. Innerhalb kürzester Zeit wurden die Schäden behoben und die Stromproduktion konnte weiterlaufen. Die Kosten übernahm meine Zusatzversicherung. Aus meiner Erfahrung empfehle ich jedem eine umfangreiche Zusatzversicherung.
Planen Sie weitere Projekte?
Ich habe nach wie vor Interesse, was zu machen. Aber das hängt von einer Reihe innerbetrieblicher Faktoren ab wie weitere Dachsanierungen oder auch die Gesamtentwicklung des Betriebes. Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch die politische Entwicklung.
Was würden Sie bei einer Neuinstallation anders machen?
Ich würde mich früher mit Eon Edis in Verbindung setzen. Sonst eigentlich nichts.
Wie nutzen Sie Ihre Anlagen?
Aktuell speisen wir den gesamten Strom ein. Nach Ablauf der Einspeisevergütung wissen wir noch nicht, wie wir weiter verfahren werden. Aber es ist möglich, dass wir dann den Strom selbst verwenden.
Wie viel Strom kommt von Ihren Dächern?
Alle Ergebnisse fielen besser aus, als zunächst berechnet. In Abhängigkeit von den verschiedenen Dächern, ihrer Neigung und Ausrichtung konnten im Schnitt 950 bis 1 050 kWh/kWp erzielt werden. Insgesamt wurden 27 Wechselrichter von SMA eingebaut. Die Module sind von Solarfun, First Solar und QS-Solar, wobei die Module von Solarfun und First Solar sehr hochwertig zu sein scheinen.
Die Fragen stellte
Christina Gloger
Quelle: Bauernzeitung, 44 Woche 2010
Fotos: B5 Solar GmbH


